Ich schlage mein altes Tagebuch auf.
29.10.2010.
Ich lese und lese.
Habe es durch.
Klappe es zu und stelle es wieder ins Regal.
Was ist aus der Welt geworden wie sie früher einmal war?
Ich bin kein Mensch, der sich wegen jeder Kleinigkeit beschwert, es ist nicht so, dass ich bei eine Herausforderung gleich den Schwanz einziehe oder in totale Panik verfalle und ein Sauerstoffzelt brauche, um mich wieder einzukriegen.
Aber trotzdem frage ich mich manchmal, wie ganz plötzlich aus dem Nichts so viele Probleme auftauchen können.
Wo kommen die alle her?
Verstecken sie sich nur hinter dem nächsten Busch und warten darauf, dass man einen Moment lang glücklich ist, um einen dann hinterrücks zu überfallen?
Oder sind sie schon immer da, pirschen sich langsam an, nur um dann irgendwann zu zu schlagen?
Ich weiß es nicht, und vielleicht ist es auch besser so.
Aber manchmal frage ich mich dann doch, wo die Zeit geblieben ist, in der man sich mit allen gut verstanden hat, in der die beste Freundin auch die beste Freundin war und in der die größte Sorge war, ob die Hausaufgaben auch ordentlich geschrieben waren, nicht, dass man in der 2. Klasse gleich einen auf die Mütze wegen unsauberer Schrift kriegt.
Ich vermisse diese Zeit.
Diese Zeit, in der man wirklich wusste, was bzw. wen man hatte.
Diese Zeit, in der man die Nachmittage weggehen konnte, weil Schule nur Nebensache war.
Diese Zeit, in der man sich nicht angstvoll fragt, was die Zukunft für einen bringen wird und wo man in 10 Jahren stehen wird.
Und ich frage mich: Wo ist sie hin?
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen