Ich schlage die Augen auf.
Und kneife sie direkt wieder zu.
Zu hell, viel zu hell für meine ohnehin schon lichtempfindlichen Augen.
Der erste Schnee.
Ich mag keinen Schnee.
Es ist Sonntag.
Halb 9.
Ich nehme meine Tasche und gehe raus.
Weiß.
Alles um mich herum ist weiß.
Stille.
Helligkeit.
Pudriges Weiß überall.
Ich hasse Schnee, wirklich.
Und trotzdem hüpft das kleine 5-jährige Kind in mir vor Freude im Kreis und möchte den Schlitten herausholen.
Jeder Schritt hinterlässt einen Abdruck, im makellosen Weiß und ich komme mir vor, als ich würde ich etwas Großartiges, Unberührbares zerstören.
Jeder Schritt ein Schandfleck.
Ich sehe in den Himmel.
Als haben sie auf dieses Zeichen gewartet, tanzen sie vom Himmel.
Weiß.
Groß.
Vollkommen.
Innerhalb von Sekunden bleibt die Welt stehen.
Ich stehe inmitten von weißen, vollkommenen Flocken, die um mich herumwirbeln, mich in ihre Mitte nehmen, mich zu einer von ihnen werden lassen.
Ich friere, bin klitschnass und spüre meine Füße und meine Ohren nicht mehr.
Und doch verharre ich einen Moment, strecke die Arme aus und blicke in den Himmel.
Sie bedecken mein Gesicht, meinen Körper und ein Teil von mir.
Sie legen sich um mich, geben mir weiße Gedanken, lassen mich zur Ruhe kommen und einfach nur ich sein.
Einen Moment lang.
Inmitten von Schneeflocken.
Bin ich weiß von innen.
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