02.02.2014
Gläserne Kuppel.
Ich fühle mich manchmal wie in diesem Stephen King Roman, bei dem sich diese riesige gläserne Kuppel über der Stadt befindet.
Ich weiß, bevor ich aus dem Fenster gucke, was ich sehen werde.
Ich weiß genau, wo der Kirchturm ist, wo das schöne Haus steht und wohin ich gucken muss, um möglichst viele Menschen auf einem Haufen zu sehen.
Ich weiß wie mein morgiger Tag ablaufen wird.
Natürlich nicht genau. Natürlich gibt es immer wieder neue Situationen, die ich liebe, die mich traurig machen und auch überfordern. Natürlich.
Aber im großen und ganzen habe ich das Gefühl, dass einfach immer alles das Gleiche ist.
Jeden Tag.
Ich weiß, was passieren wird, ich weiß, wen ich sehen werde, ich weiß fast genau wo ich zu welcher Uhrzeit morgen sein werde.
Um 6 Uhr aufstehen.
Um halb 8 in der Schule sitzen.
Um 15 Uhr aus der Schule kommen.
Um halb 7 zur Fahrschule gehen.
Um 8 wiederkommen, Hausaufgaben machen und dann viel zu spät ins Bett gehen.
Wie jeden Montag.
Ich will das nicht mehr.
Ich will nicht mehr wissen, was passieren wird.
Ich will Ungewissheit, ich will Überraschungen, ich will Abwechslung.
Ich will tagsüber schlafen und nachts wach sein, ich will neue Leute kennen lernen, ich will neue Orte sehen.
Schöne und hässliche, arme und reiche, ich will wissen wie die Welt aussieht, jeder Winkel.
Ich will im ersten Moment durch die befahrene Stadt laufen und im nächsten irgendwo alleine sitzen und Tagebuch schreiben.
Ich will wissen wie ich in den verschiedenen neuen Situationen klarkomme und mich weiterentwickeln.
Ich will in chinesischen Tempeln sitzen und über den New Yorker Times Square laufen.
Ich will durch den Grand Canyon reiten und mir den Dschungel in Australien angucken.
Ich will eine Safari in Afrika machen und mir die Altstadt von Prag angucken.
Ich will über mich und die Welt lernen und neue Menschen kennen lernen.
Ich weiß, dass das Klischee ist.
Dem Alltag entfliehen.
Tapetenwechsel.
Die Routine durchbrechen.
Jeder möchte heute seine Füße entspannt im Spa hoch legen und später die zufällig geschossenen Fotos bei Instagram hochladen, um ganz subtil mitzuteilen wie gestresst man vorher und wie entspannt man jetzt ist.
Aber das will ich nicht.
Ich will die Welt sehen.
Ich will Menschen sehen.
Ich will mich sehen.
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