04.05.2016

Unendlichkeitsenge.

Ich sitze in meinem Bett. In Mailand.
Seit 18 Tagen sind wir jetzt unterwegs, 2 kommen noch.
Es war toll, wir haben viel gesehen, 3 verschiedene Städte erkundet und eine davon noch nicht mal komplett abgeschlossen.
Bis jetzt war alles gut, wir waren immer in Bewegung, immer auf dem Weg irgendwo hin oder von irgendwo zurück.
Aber gerade ist Leerlauf.
Gerade sitze ich hier und bin alleine in meinem Kopf, der persönlichen Hölle des Menschen. Und gerade brodelt das Höllenfeuer etwas zu laut für meinen Geschmack.
Ich fühle mich alleine mit mir selber, in mir selber.
Mir wird in diesem Augenblick mal wieder allzu deutlich klar, dass man eigentlich nur sich hat und damit ein ganzes Leben leben muss.
Nichts ist so begrenzt und gleichzeitig unendlich wie das eigene Ich.
Manchmal macht sie mir Angst.
Die Enge.
Die Unendlichkeit.
Im Endeffekt ist es weder das Eine, noch das Andere.
Es ist einfach ich. Nicht mehr, nicht weniger.
Manchmal frage ich mich, wann dieser Zeitpunkt kommt, an dem ich mich nicht mehr fühle, als würde ich mir manchmal selber nicht genügen, als wäre ich irgendwie alleine in mir selbst.
Und ich frage mich auch, was diese Momente auslöst.
Die Vergegenwärtigung der eigenen Unbeständigkeit?
Der Gedanke, dass man eigentlich nichts weiter ist, als ein x-beliebiger Mensch auf dieser großen, weiten Welt voller x-beliebiger Menschen?
Oder vielleicht doch einfach nur die noch nicht ganz im Kopf angekommene Selbstakzeptanz und -liebe, die alle so predigen und fast schon ideologisch verfolgen?

Wenn  ich jemals eine Antwort gefunden haben sollte, melde ich mich.
In der Zwischenzeit umarme ich mich einfach selber noch ein paar Mal in zwanghaften Versuch, die Unendlichkeit in mir ein wenig einzuengen.

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